Category Archives: Tee-Zeremonien

Matchazubereitung zu Hause

Matcha gilt als der erste exquisite Tee der Tee-Zeremonie:
Hierfür rührt man in einer Matchaschale etwas Matchapulver mit heißem Wasser zu einer Paste, verdünnt diese und schlägt schließlich das fertige Getränk mit einem Bambusbesen schaumig. Je geschätzter der Gast, desto länger soll diese Prozedur dauern und desto dicker folglich der Schaum ausfallen. Übrigens: Mit dem richtigen Zubehör schmeckt der leckere Matcha-Tee gleich noch einmal so gut.

Zubereitung Zuhause:
Für die Matcha Zubereitung zu Hause benötigt man eine Matchaschale, einen Bambus Chasen, einen Matchalöffel, einen sehr guten Bio-Matcha, ein Teewasser Thermometer, einen Besenhalter und wenn möglich ein Matchasieb.

So bereite ich meinen Matcha vor:
Ich fülle meine Matchaschale halbvoll mit warmem Wasser und stelle meinen Chasen ca. 5 min in die mit Wasser gefüllte Schale. Das hat den Vorteil, dass die Borsten weicher werden und wir somit unseren Chasen gut schonen, damit die Borsten nicht brechen können. Den Chasen wird danach aus seinem Wasserbad genommen und ich stelle ihn auf den Besenhalter.

Nun verwende frisches, möglichst weiches Wasser, dies kann auch gefiltert sein oder man kann auch stilles gekauftes Wasser verwenden. Ich koche mein Teewasser mit dem Wasserkocher, Temperatur ca. 80°. Mein Teewasser kühle ich nun auf 60 und 70°, hierfür verwende ich ein Teewasser- Thermometer (auch in unserem Shop unter Zubehör).

Den Bambusbesen nehme ich nun aus seinem Wasserbad und das Wasser schütte ich weg.

Als erstes gebe ich nun 2 Bambuslöffel voll mit Bio-Matcha (mein Favorit Keiko Matcha Supreme oder Mantoku) in den Behälter mit dem Sieb und siebe den Matcha. So ist dieser noch feiner.

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Dann gebe ich den gesiebten Matcha in eine Matchaschale und fülle etwas heißes Wasser auf, verrühre es mit dem Chasen.

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und gebe nun das restliche Wasser dazu und schlage den Matcha Tee schaumig, die Schale ist ca. halb voll mit Wasser.  Den Matcha nun mit dem Chasen schnell in „M“ Form in der Schale bewegen,  so klappt die Schaumbildung perfekt.

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Dann lehne ich mich zurück und genieße meinen Matcha. Ich trinke 3 x Matcha am Tag. Auch bei der Arbeit kann man ideal Matcha zubereiten, hier haben wir Sticks im Sortiment, kleinen Chasen und Minischalen. Kann ich keinen Matcha zubereiten, greife ich auf Matchakapseln zurück.

Die „Ostfriesische Teezeremonie“

Die „Ostfriesische Teezeremonie“

Zum Ostfriesentee:

Die Ostfriesen sind als große Teeliebhaber bekannt. Für die richtige „ostfriesische Teezeremonie“ bevorzugen sie den sogenannten Ostfriesentee, eine kräftige Assam-Teemischung mit malzartigem Charakter. Es kommen Ceylon,- Java- und Darjeeling Sorten hinzu. Insgesamt werden zwischen 10 und 20 unterschiedliche Teesorten von speziellen Teemischern mit guten Nasen und ausgebildetem Geschmack ausgesucht und gemischt. Der Ostfriesentee zeichnet sich durch eine kupferrotbraune Teetasse (Farbe) und einem kräftigen, herb-aromatisieren Geschmack aus. Der Ostfriesentee ist nicht bitter.

Die Teezeit („Teetied“):

Die Ostfriesische Teezeremonie spielt bis heute eine sehr große Rolle bei ostfriesischen Familien. Es gibt verschiedene Teezeiten, die Hauptzeit ist der Nachmittagstee um 15 Uhr. Aber auch früh morgens trinkt man Ostfriesentee und besonders um 11 Uhr (Elfürtje).

Zudem trinkt der Ostfriese auch noch öfter Tee, wie nach dem Aufstehen, 10 oder 11 Uhr mittags, am Nachmittag und abends. 5 x täglich ist gar kein Problem, manchmal öfter.

Die Zubereitung:

Zuerst spült man die Teekanne heiß aus. Benutzen Sie nach Möglichkeit auch ein Tüllensieb (Teebesen) oder ein Teesieb, so dass der Tee in der Kanne bleibt. Wichtig ist, dass der Tee lose in die Kanne gegeben wird, damit dieser noch frei schwimmen kann.

Pro Person rechnet man ca. 1 Teelöffel Ostfriesentee zuzüglich einen Teelöffel für die Kanne. Der Tee wird nun mit kochend heißem Wasser aufgegossen, bis alles gerade bedeckt ist. Lassen Sie den Tee nun ca. 6 min ziehen, nun wird er mit entsprechend der gewünschten Tassenzahl kochendem Wasser aufgefüllt und auf ein Stövchen gestellt.

Die Ostfriesische Teezeremonie:

Geben Sie ein Stück Kluntje (weisser Kandis) oder einen Kandisstick in die Tasse und schenken Sie nun den heißen Ostfriesentee hinzu. Nenn nur mit heißem Tee hört man, wie der Kandis anfängt zu knistern. Nun gibt man mit einem Rahmlöffel/Sahnelöffel oder Teemaßlöffel einen Löffel Sahne vorsichtig am Rand der Tasse hinzu. Nun entsteht die berühmte „Teewolke oder Sahnewolke“ siehe Foto. Ursprünglich wurde in Ostfriesland anstatt Sahne Rahm für den Tee verwendet. Der Tee wird nun traditionell ohne Umrühren getrunken. So kann man erst das leicht herbe Tee Aroma vom Tassenrand, dann den milchigen Sahnegeschmack der Tassenmitte bis zum Schluss den mit Kandis gezuckerten Tee auf dem Tassengrund genießen.

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Was wird genau benötigt:

  • Teekanne
  • Stövchen
  • Tüllensieb, Teebesen oder Teefilter
  • Kleine ostfriesische Teetassen mit Teelöffel
  • Ostfriesentee Mischung
  • Kluntje/ Kandissticks
  • Sahne/ Rahm
  • Sahnelöffel/ Rahmlöffel
  • Teegebäck

 

Wissenswertes:

In Ostfriesland sind drei Teetassen in einer Teerunde ein Mindestmaß, denn dreimal ist Ostfriesenrecht (Dree is Oostfresen Recht). Wer vorher ablehnt, wird als unhöflich oder beleidigend gesehen. Wer es richtig macht, legt den Löffel nach dem Teegenuß in die Tasse und signalisiert so, dass er genug Ostfriesentee getrunken hat und keine weitere Tasse mehr möchte. Im Jahr 2008 trank jeder Ostfriese im Durchschnitt 290 Liter Tee. Das entspricht dem Zwölffachen des deutschen Durchschnittsverbrauchs an Tee.

Die ostfriesische Teezeremonie und der Blaudruck sollen nach dem Willen des Landes Niedersachsen Teil des Weltkulturerbes werden. Diese erklärte Niedersachsens Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) am in Hannover. „Die ostfriesische Teekultur und der Blaudruck sind zwei Traditionen, die weit über die Landesgrenzen hinaus mit Niedersachsen verbunden sind“, sagte die Ministerin.

Das Land schlägt nun die Aufnahme in das nationale Verzeichnis immaterieller Kulturgüter vor. Nun wird im Laufe des Jahres eine Unesco-Kommission die Aufnahme prüfen. Bestehen die Vorschläge die Prüfung, rücken die Vorschläge in die internationale Liste vor und gehören damit offiziell zum kulturellen Welterbe der Menschheit. Dafür gibt es zwar keine direkte Förderung, aber die Auszeichnung gilt als gute Werbung.

Der ostfriesische Umgang mit dem Ostfriesentee ist aus Sicht des Ministeriums eine eigenständige Kultur mit eigenen Mischungen, eigenem Tee-Geschirr und eigenen Ritualen. Der Blaudruck, bei dem weiße Stoffe mit Indigo-Farben gefärbt und weiß bleibende Stellen mit einem „Papp“ abgedeckt werden, hatte seine Blütezeit im 18. Jahrhundert.

N.H.-08.05.2016

Japanische Teezeremonie

Die japanische Matcha Teezeremonie

In Japan gehen die Teegeladenen auf einem Gartenpfad (Roji) und bereiten sich auf die japanische Teezeremonie vor. Nun finden sich die Gäste in ein offenes Pavillon im Garten ein, sie sitzen auf einer Wartebank (Maichiai).

Der Gastgeber füllt frisches Wasser in ein steinernes Wasserbassin und geht wortlos in seinen Teeraum, nun reinigen sich die Gäste die Hände und den Mund mit frischem Wasser, wobei sie symbolisch gesehen sich das „Üble“ (was sie getan oder gesagt haben) abwaschen. Nacheinander treten sie still voller Demut und Respekt in das Teehaus in den leeren Teeraum (Chashitsu) ein.

In mehreren Gängen werden leichte Speisen wie Suppen, Reis, Gemüse etc. den Gästen angeboten. Nach dem Essen (Kaiseki) gehen die Gäste in den Warteraum zurück. Nach fünfmaligem Ertönen eines Gongs begeben Sie sich in den Teeraum. Der letzte Gast schließt die Tür mit einem Geräusch, das bedeutet für den Teemeister ein Zeichen, dass er mit seiner Teezeremonie beginnen kann.

Der Matchatee wird von dem Gastgeber vorher noch gesiebt, damit sich später keine Klümpfchen bilden. Er benutzt ein „Spezielles Matchasieb„.

Nun trägt er seine Teeutensilien (siehe Foto 1 u. 2) geordnet auf einem Teetablett in den Teeraum. Seine wichtigsten Utensilien sind die Matchaschale (Chawan), die Teedose (Cha-ire) für den starken Tee (Koi-cha), Natsume für den leichten Tee, einen Wasserkessel, das Frischwassergefäß, den Bambuslöffel (Chashaku) und den Teebesen (Chasen). Ganz wichtig, das seidene Teetuch (Fukusa) trägt der Gastgeber an seinem Obi. In der Regel wird der dünne Tee (Usucha) serviert. Bei manchen Teezeremonien wird der dicke Tee (Koicha) vorher serviert.

Nun setzt sich der Gastgeber im Kniesitz nieder, entnimmt dem Gebrauchtswassergefäß (Kensui) den Schöpflöffel (Hishaku) und platziert beide links vor dem Furo (beweglichen Kohlebecken). Er nimmt die Teeschalen und stellt sich ca. 20 cm vor seine Knie. Danach nimmt er sich die Natsume mit dem Matchatee und setzt diese zwischen Matchaschale und Knie.

Jetzt zieht er sein seidenes Teetuch (kann lila, rot oder orange meistens sein -Fukusa) hervor und reinigt die Natsume und setzt sie links vor das Frischwassergefäß. Abermals faltet er das Fukusa, nimmt den Bambuslöffel aus der Teeschale, reinigt ihn und legt ihn auf der Natsume ab. Nun nimmt er sich seinen Chasen, stellt diesen rechts neben die Natsume.

Nun geht es weiter, der Gastgeber rückt die Teeschale vor, nimmt mit der rechten Hand den Schöpflöffel, greift mit der linken Hand, um nun mit der rechten Hand den Deckel des Kessels abzuheben, abtropfen zu lassen und auf den Untersetzer (Futaooki) abzusetzen. Dann nimmt er eins weißes Leinentuch (Chakin) aus der Teeschale und setzt es auf den Deckel des Kessels. Dann nimmt er mit dem Schöpflöffel heißes Wasser aus dem Kessel und gießt es in die Matchaschale. Nun wird der Chasen in dem heißen Wasser geschmeidig gemacht und geprüft. Das Wasser schüttet er nun in das Brauchwassergefäß (Kensui). Nun wird die Matchaschale mit dem Chakin gereinigt und trocken gewischt. Der Gastgeber fordert jetzt seine Gäste auf, Süßigkeiten zu nehmen, wir empfehlen hier Kasutera Kuchen (siehe Rezepte).

Der Gastgeber nimmt jetzt die Natsume mit dem Matchateepulver mit dem Bambuslöffel, öffnet diese und legt den Deckel vor dem rechten Knie ab, entnimmt den Matchatee mit dem Löffel, gibt diesen in die Matchaschale und gießt heißes Wasser hinzu. Nun schlägt er mit dem Chasen den Matcha schaumig.

Nun reicht der Gastgeber dem Hauptgast die Matchaschale, die dieser mit einer leichten Verbeugung annimmt. Mit einen kleine Geste bietet der Hauptgast seinem Sitznachbarn die Matchaschale an, dieser lehnt aber ab und bittet dem Hauptgast, zu beginnen. Dieser dreht die Matchaschale ca. zweimal in seiner Hand, und trinkt den Tee in etwa drei Schlucken. Zum Schluss schlürft er den Rest. Reihum wird der Tee nun bei den Teegästen neu zubereitet und weitergereicht.

N.N.-07.08.2014